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— März 2026

Demokratie weiterdenken: Zivilgesellschaftliche Räume schützen und stärken, Plädoyer von Professor Dr. Swen Hutter

Im Rahmen und auf Einladung der Schweizer Botschafterin in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich wurde in einer Veranstaltung am 26. Februar 2026 in Berlin über die Entwicklung der Demokratie diskutiert „Demokratie weiterdenken: Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit“. In einer Zeit wachsender Unsicherheiten stehen Demokratien weltweit vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen innenpolitische Stabilität wahren, um außenpolitische Handlungsfähigkeit sicherzustellen. Konsensdemokratien wie Deutschland und die Schweiz gelten aufgrund ausgeprägter institutioneller Machtteilung und Verhandlungskultur als besonders stabil, doch stellt sich die Frage, ob ihr System in Krisenzeiten ausreichend entscheidungsfähig und resilient ist. Die Veranstaltung beleuchtete die Stärken und Schwächen von Demokratien im Kontext aktueller globaler und nationaler Herausforderungen. Anhand konkreter Fallbeispiele und einer vergleichenden Analyse wurden die Krisenresistenz, Anpassungsfähigkeit und Gestaltungsmacht von Konsensdemokratien diskutiert und die Diskutanten stellten sich der Frage: Was wäre besser – und welche Zukunft hat die Demokratie? 
Eine Antwort gab Professor Dr. Swen Hutter, Freie Universität Berlin und Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) / Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung. Er weist nachdrücklich in seinem Beitrag auf die zentrale Bedeutung zivilgesellschaftlicher Praxisräume der Demokratie hin und stellt fest: „Wie sie unter Bedingungen wachsender Polarisierung tragfähig bleiben können, ist daher eine zentrale Frage.“ 
Und: „Wenn wir also über ein ‚Weiterdenken der Demokratie‘ sprechen, sollte sich der Fokus weniger auf institutionelles Design richten als auf jene gesellschaftlichen Grundlagen, auf denen demokratische Verfahren beruhen. Diese entstehen nicht vorrangig im Parlament oder in anderen politischen Institutionen, sondern in zivilgesellschaftlichen Praxisräumen der Demokratie. Geraten diese Räume unter politischen Druck oder werden sie sozial segmentierter, verlieren Konkordanzdemokratien ihre gesellschaftliche Basis.“
 

Der Stiftungen für Bildung e.V. (Träger des Netzwerkes Stiftungen und Bildung) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) / Zentrum für Zivilgesellschaftsforschung haben 2023/2024 gemeinsam das Forschungsprojekt „Zivilgesellschaft und Bildung. Bürgerschaftliches Engagement in Kommunalen Bildungslandschaften“ durchgeführt. Alle Ergebnisse inklusive Datenreport lesen Sie hier.

 

Zuletzt bearbeitet: 16. März 2026
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